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Cheng Hsin
Hamburg



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   Was ist Cheng Hsin?   


Cheng Hsin wurde von dem Weltklasse-Kampfkünstler Peter Ralston entwickelt und dreht sich im Grunde um zwei Dinge: Bewusstheit und Können. Beides ergänzt sich gegenseitig. Ersteres bietet Einsicht in die Natur die Dinge, letzteres liefert realistisches Feedback und die Möglichkeit zu echtem Training von Wahrnehmungs- und Interaktionsfähigkeiten.
Ziel der Cheng Hsin Bewusstheitsarbeit ist die Durchdringung von Selbst, Verstand, und Leben um selbst und direkt zu einer eigenen Erfahrung des Seins zu gelangen.
Unser Medium und unsere Spielwiese zur Erforschung von Fähigkeit und Können ist dagegen die Kampfkunst: Cheng Hsin T'ui Shou, die Kunst müheloser Stärke. Dort enwickeln wir die Fähigkeit, durch gefühlvolle Intelligenz effektiv zu interagieren, anstatt roh und blind unsere Beziehungsmuster auszuagieren.




  Cheng Hsin T'ui Shou: Die Kunst müheloser Stärke  

Cheng Hsin T'ui Shou, die "Kunst müheloser Stärke" wurde von Peter Ralston als Kampf- und Bewegungskunst entwickelt, um die von ihm entdeckten Prinzipien müheloser Kraft und effektiver Interaktion zu üben.
In festgelegten Techniken und im freien Spiel versuchen wir den Partner zu entwurzeln, zu Fall zu bringen oder auf die Matte zu werfen. Cheng Hsin T'ui Shou schafft einen vielschichtigen Erlebnisraum, in dem die Möglichkeiten des Körpers und der Interaktion in ihrer Tiefe ausgelotet und ausprobiert werden können.

Das T'ui Shou Training besteht aus einer Mischung von Wurf- und Entwurzelungstechniken, Interaktionsspielen und ruhigen Einzelübungen zur Entspannung und Schulung der Körperwahrnehmung. Die Techniken werden zuerst aus dem Stand geprobt und später dynamisch aus vollem Lauf ausgeführt. Dabei lernt man, die Bewegung und die Intentionen des Partners zu lesen und schließlich zu lenken und für sich zu nutzen.
Gleichzeitig erschließen sich durch das Rollen, Fallen und "durch die Luft fliegen" viele Dimensionen der Körperbewegung und Raumwahrnehmung. All dies schafft eine enorme Spiel- und Bewegungsfreude, die sich schließlich in der freien Interaktion und Improvisation ausleben kann.
Die Übungen zielen dabei auf eine Erfahrung der Prinzipien, die der eigenen Bewegung als auch der Interaktion eine körperliche und emotionale Mühelosigkeit erlauben. Am wichtigsten sind dabei die Entspannung des Körpers und Nachgeben in der Interaktion. Hinter beidem steht die Idee, nicht gegen die äußeren Gegebenheiten -- sowohl den physikalischen Zug der Schwerkraft als auch die Absichten und Kräfte des Gegners -- anzukämpfen und keinen Widerstand zu leisten, sondern sie sein und gewähren zu lassen. So wie man im Nachgeben den eigenen Standpunkt dem Partner preisgibt, so gibt man in der Entspannung die eigene Körpermasse dem Zug der Schwerkraft frei.

Ist der Kontext von Entspannung und Nachgeben erst einmal erreicht und etabliert, öffnen sich die Türen zur Erfahrung müheloser und effektiver Interaktion. "Führen", "Folgen" und "Fügen" sind einige der Prinzipien, mit denen wir versuchen, anstrengungslos Resultate zu erzielen: Sich selbst aufrecht im Raum zu bewegen, und dabei den Partner zu werfen oder zu entwurzeln. Es ist die Hauptaufgabe des Trainings, den von Entspannung und Nachgeben aufgespannten Raum auszuleuchten, zu experimentieren und zu erkunden, was unter den Bedingungen der Mühelosigkeit möglich ist. Es zeigt sich bald, dass sich jenseits der gewohnten Welt aus Kraft, Widerstand und Reaktion ungeahnte Möglichkeiten intelligenter Bewegungs- und Interaktionsformen auftuen, die nicht nur viel angenehmer, sondern auch effektiver sind als das bisher Bekannte.
Cheng Hsin wurde in den 70ern von Peter Ralston begründet und ist inspiriert von verschiedensten Traditionen -- von T'ai Chi Ch'uan, Aikido bis Zen --, erweist sich aber als sehr eigene und besonders umfangreiche Kunst. Dem T'ui Shou als dem Medium, die Prinzipien müheloser Kraft und effektiver Interaktion zu erfahren steht eine T'ai Chi Form zur Seite, in der die entspannte Bewegung des eigenen Körpers individuell erprobt und geübt werden kann. Hinzu kommen eine San Shou Form, Boxen und das Spiel mit dem Schwert.

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  Müheloses Körper-Sein: Cheng Hsin Body-Being  


Die Prinzipien müheloser Stärke beschränken sich nicht nur auf die reine Körpermechanik (die gleichwohl ein wichtiges Element ist). Mühelosigkeit und Effektivität sind vielmehr Zustände der gesamten lebendigen, bewussten und körperlichen Einheit, die jedes Menschsein ausmacht. Im Cheng Hsin sprechen wir daher vom "Body-Being", also "Körper-Sein", welches in Richtung Leichtigkeit und Wirksamkeit geübt werden soll. Dabei leiten uns die fünf Kardinaltugenden Entspannung, Zentrierung, Erdung, Ganzheit und Ruhe und Präsenz. Ein großes Repertoire an Übungen hilft dieses "Cheng Hsin Body-Being" zu entwickeln und zu erfahren. Neben dem entsprechenden Bewegungstraining stehen dabei auch geistige Übungen im Vordergrund, um alte Bewegungsmuster loszuwerden und sich neuen Erfahrungen des Seins als Körper zu öffnen.


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  T'ai Chi  


T'ai Chi ("Taiji" in neuer Schreibweise) ist eine klassische chinesische Kampf- und Bewegungskunst, die hier im Westen hauptsälich als Gesundheits- und Bewegungstraining bekannt geworden ist. Die T'ai Chi Form ist eine festgelegte Bewegungsabfolge, die meist sehr langsam durchgeführt wird. Dadurch wird eine äusserst bewusste Bewegungs- und Raumerfahrung ermöglicht. Die sanften Bewegungen führen zu einer angenehmen Dehnung und Stäkung des Körpers und beruhigen gleichzeitig den Geist.
T'ai Chi ist ein wundervolles Medium zur Entspannung und Besinnung, zur Energetisierung und zur Harmonisierung von Körper und Seele. Wie keine zweite Kunst vermag T'ai Chi in eine wache und aufmerksame Gelassenheit zu versetzen, und kann so eine wertvolle Stütze in einem hektischen Alltag werden.

Wir üben zwei verschiedene Formen: Die Mini-Form aus 12 Bildern und die lange Form aus 64 Bildern. Erstere kann zügig erlernt werden, so dass man sich schnell innerhalb des festen Rahmens der Bewegungen auf die Erfahrung der zugrundeliegenden Bewegungsprinzipien konzentrieren kann. Letztere dient fortgeschrittenen Schülern dazu, die Bewegungsprinzipien auf ein größeres Repertoire von Bewegungen anwenden zu lernen.
Beide Formen basieren auf den Prinzipien des Body-Being und bilden einen wundervolle Möglichkeit, diese für sich allein zu üben.

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  Boxen  


Cheng Hsin Boxen ist die Anwendung der Cheng Hsin Prinzipien auf Techniken des Schlagens und manchmal auch Tretens. Die Beibehaltung von Entspannung, der Einsatz müheloser Stärke und die Gestaltung der Interaktion durch die Intelligenz der Prinzipien werden hier unter hoher Geschwindigkeit gefordert. Da besonders beim Boxen immer auch eine emotionale Konfrontation mit den eigenen Ängsten stattfindet, ergibt sich eine perfekte Mischung aus schweißtreibender sportlicher Betätigung und der Möglichkeit zu innerem Wachstum und Selbsterkenntnis.

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  San Shou  


San Shou ist eine Zwei-Personen T'ai Chi Form, in der die Bewegungen der Partner ineinandergreifen. Jede Technik des Partners wird neutralisiert und zu einem Gegenangriff umgeformt, der wiederum neutralisiert wird, usw. San Shou gibt uns die Gelegenheit, die in der Soloform geübten Prinzipien der Körperbewegung im direkten Angesicht ihrer Anwendungen zu üben und zu überprüfen. Als Bindeglied zwischen der Soloform und der spontanen Interaktion beim Pushing Hands eröffnet San Shou den interaktiven Aspekt der T'aiChi-Form. Damit vertieft es einerseits das Verständnis der Soloform und bringt andererseits eine erste Bewährungsprobe für prinzipientreue Bewegung auch in der Interaktion.
Die Cheng Hsin San Shou Form besteht aus 38 Bewegungen und ist besonders dynamisch und variabel.

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  Schwert  


Im Spiel mit dem Schwert lernen wir die Prinzipien des Body-Being auch auf Instrumente und Werkzeuge zu übertragen. Wir lernen dem Schwert zu folgen, auf seine Bewegungen horchen und "von seinem Innern her" zu steuern und zu bewegen. Auf diese Weise kommen wir zu einer zentrierten, mühelosen und anmutigen Bewegung, die wir in einer Soloform und Partnerübungen trainieren und verfeinern lernen.


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  Ontologie  


Als Arbeit an der gesamten Bewegungs- und Interaktionsintelligenz stößt Cheng Hsin in Bereiche vor, in der nicht nur Bewegungs- sondern auch Wahrnehmungsgewohnheiten und emotionale Reaktionsmuster fragwürdig werden. Die sich hier eröffnenden Fragen nach der Natur von Wahrnehmung, Erfahrung und Selbst werden in speziellen Kursen unter dem Oberbegriff "Ontologie" (wörtl: Lehre vom Sein) adressiert. Das Ringen um Einsicht in die Natur menschlichen Seins als Körper, als Beziehung und als Bewusstheit erweist sich dabei als der eigentliche Leidenschaft, die das Training der Kampfkunst treibt und trägt.


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  Peter Ralston  


Peter Ralston (Foto) begann sein Studium der Kampfkunst im Alter von 9 Jahren. Im Laufe der Zeit lernte und meisterte er Judo, Aikido, Pa Kua, T'ai Chi und eine große Menge anderer Künste, inklusive westliches Boxen. Seine außergewöhnlichen Fähigkeiten auf diesen Gebieten stellte er 1978 mit dem Gewinn der Vollkontakt-Weltmeisterschaft auf Taiwan unter Beweis.
Seit den 70er Jahren unterrichtet er Cheng Hsin, seit mehr als 10 Jahren auch regelmäßig in Holland. Peter lebt inzwischen in Texas in der Nähe von San Antonio auf dem Lande, wo er zur Zeit zweimal im Jahr Intensivkurse in T'ui Shou, Boxen und Ontologie veranstaltet.



Ausführlichere Texte über Cheng Hsin, auf deutsch und zum Herunterladen, finden sich in unserem Archiv.